Wie viel Rebsorte steckt wirklich in einer Flasche Wein?
Sie kaufen eine Flasche Riesling, Spätburgunder oder Sauvignon Blanc. Auf dem Etikett steht die Rebsorte – und damit scheint eigentlich alles klar zu sein.
Aber ist ein Wein mit einer bestimmten Rebsortenangabe tatsächlich immer zu 100 % aus dieser Rebsorte hergestellt oder gar nur zu 85 %?
Die Antwort ist etwas komplizierter, als man zunächst denkt.
Was bedeutet die Rebsortenangabe auf dem Weinetikett?
Wenn eine Rebsorte auf dem Etikett genannt wird, gibt sie Ihnen einen wichtigen Hinweis auf den Charakter des Weins. Allerdings bedeutet die Angabe nicht in jedem Fall automatisch, dass ausschließlich diese eine Rebsorte verwendet wurde.
Welche Anteile erlaubt sind, hängt von den jeweiligen weinrechtlichen Vorgaben und der konkreten Bezeichnung des Weins ab. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch kleinere Mengen anderer zugelassener Rebsorten enthalten sein.
Das bedeutet: Ein Weinetikett erzählt Ihnen viel – aber nicht unbedingt die komplette Geschichte der Flasche.
Warum mischen Winzer verschiedene Rebsorten?
Das sogenannte Verschneiden verschiedener Weine oder Rebsorten ist kein Zeichen für schlechte Qualität. Ganz im Gegenteil: Es kann ein bewusst eingesetztes Werkzeug des Winzers sein.
Verschiedene Rebsorten können sich gegenseitig ergänzen und beispielsweise sorgen für:
- mehr Frische und Säure,
- intensivere Aromen,
- mehr Körper,
- eine bessere Balance oder
- mehr Komplexität.
Der Winzer kann dadurch gezielt den Stil seines Weins gestalten.
Rebsorte ist nicht gleich Geschmack
Selbst wenn zwei Weine aus derselben Rebsorte hergestellt werden, müssen sie nicht gleich schmecken.
Warum? Weil neben der Rebsorte noch viele weitere Faktoren eine Rolle spielen:
Ein Riesling aus einer kühlen Lage kann beispielsweise einen völlig anderen Charakter entwickeln als ein Riesling aus einer wärmeren Region.
Was sollten Sie beim Weinkauf beachten?
Wenn Sie Wein besser verstehen möchten, lohnt sich ein Blick über die Rebsorte hinaus. Schauen Sie sich einmal an:
- Welche Region?
- Welcher Jahrgang?
- Welches Weingut?
- Welche Lage?
- Welcher Ausbau?
Denn genau diese Details machen den Unterschied.
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